Glasfaser: Tarife vergleichen und Verfügbarkeit prüfen

Glasfaser bringt Licht statt Strom bis ins Haus: gleiche Geschwindigkeit im Down- und Upload, kaum Verluste über die Strecke, stabile Reaktionszeiten. Der Haken ist die Verfügbarkeit – sie entscheidet sich an Deiner Adresse. Darauf kommt es an:

  • Bis zu 1.000 Mbit/s – im Upload genauso schnell
  • Nur echtes FTTH endet in Deiner Wohnung
  • Hausanschluss ist während des Ausbaus meist gratis

Das Wichtigste in Kürze

  • Glasfaser überträgt Daten als Lichtsignale und verliert über die Strecke fast nichts – anders als Kupfer.
  • Übliche Tarife reichen von 100 bis 1.000 Mbit/s, und der Upload ist bei echtem Glasfaseranschluss genauso schnell wie der Download.
  • Entscheidend ist, wo die Faser endet: nur bei FTTH liegt sie in der Wohnung. FTTC ist technisch VDSL.
  • Während der Vorvermarktung ist der Hausanschluss meist kostenlos, später kostet er in der Regel vierstellig.
  • Ob Glasfaser bei Dir buchbar ist, hängt an der Adresse – nicht am Ort und nicht an der Postleitzahl.

Wie Glasfaser-Internet funktioniert

Bei DSL und Kabel wandern die Daten als elektrische Signale über Kupfer. Glasfaser arbeitet mit Licht: Ein Laser schickt Lichtimpulse durch einen haarfeinen Glaskern, der von Schichten mit anderem Brechungsindex umschlossen ist. Das Licht wird an der Grenzschicht immer wieder zurück in den Kern gespiegelt und läuft so auch durch Kurven, ohne die Faser zu verlassen.

Daraus folgen die drei praktischen Vorteile. Erstens die Dämpfung: Ein Lichtsignal verliert über Kilometer kaum an Stärke, während ein elektrisches Signal auf Kupfer schnell schwächer wird. Bei Glasfaser spielt die Entfernung zur Vermittlungsstelle deshalb fast keine Rolle mehr – anders als bei VDSL, wo jeder Meter Kupfer zählt. Zweitens ist die Leitung symmetrisch nutzbar: 500 Mbit/s im Download bedeuten 500 Mbit/s im Upload. Drittens ist Glasfaser unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen, was für gleichmäßig niedrige Reaktionszeiten sorgt – spürbar bei Videokonferenzen und Online-Spielen.

Technisch teilen sich in den meisten Netzen mehrere Haushalte eine Faser bis zum Verteilpunkt; das Verfahren heißt GPON. Anders als beim Kabelnetz sind die Reserven dabei so groß, dass die Abendstunden in der Praxis kaum durchschlagen.

FTTC, FTTB oder FTTH: Wo die Faser endet

Schema der Anschlussarten: bei FTTC endet die Glasfaser am Straßenkasten, bei FTTB im Keller, bei FTTH in der Wohnung
Nur bei FTTH liegt die Glasfaser bis in die Wohnung – bei FTTC folgt nach der Faser noch Kupfer.

„Glasfaser" steht auf vielen Angeboten – gemeint ist aber nicht immer dasselbe. Der Unterschied liegt darin, wie weit die Faser vorrückt und wie viel Kupfer danach noch kommt:

Anschlussart Faser endet Letzte Strecke Was Du bekommst
FTTC
Fibre to the Curb
am Verteilerkasten der Straße Kupfer bis in die Wohnung technisch VDSL, bis 250 Mbit/s, Upload deutlich kleiner
FTTB
Fibre to the Building
im Keller des Gebäudes Kupfer oder Hausnetz bis zur Wohnung hohe Bandbreiten, das Hausnetz kann bremsen
FTTH
Fibre to the Home
in Deiner Wohnung keine – durchgehend Glasfaser bis 1.000 Mbit/s, symmetrischer Upload, stabile Latenz

Für die Tarifwahl heißt das: Nur FTTH und in Grenzen FTTB liefern, was man sich unter Glasfaser vorstellt. Steht im Datenblatt ein Upload, der deutlich unter dem Download liegt, handelt es sich fast immer um FTTC – also um VDSL über die Telefonleitung. Wie der Unterschied zwischen Kupfer- und Faserstrecke technisch entsteht, erklärt unser Ratgeber Was ist DSL?

Glasfaser, DSL und Kabel im Vergleich

Kriterium Glasfaser (FTTH) Kabel DSL / VDSL
Download100–1.000 Mbit/s50–1.000 Mbit/s16–250 Mbit/s
Uploadwie Download10–50 Mbit/s1–40 Mbit/s
Abhängig von der Entfernungpraktisch neinneinja, stark
Geteilte Kapazitätgroße Reservenja, im Segment spürbarnein
Verfügbarkeitim Ausbauin Städten hochfast überall
Anschluss nötigja, Tiefbau ins HausKabeldose vorhandenTelefondose vorhanden

Kurz gefasst: Kabel-Internet ist beim Download oft gleichwertig, verliert aber beim Upload und in der Hauptsendezeit. DSL ist überall verfügbar und günstig, stößt aber bei Entfernung und Upload an Grenzen. Die Entscheidungshilfe zwischen den Kupfertechniken steht unter DSL oder Kabel, die Funkalternative unter LTE.

Glasfaser-Verfügbarkeit: Warum die Adresse entscheidet

Beim Glasfaserausbau wird Straße für Straße gebaut, oft sogar Haus für Haus. Zwei Adressen im selben Ort können deshalb völlig unterschiedlich dastehen: Bei der einen liegt die Faser im Keller, bei der anderen endet der Ausbau am Bordstein. Eine Prüfung nach Postleitzahl sagt entsprechend wenig aus – nötig ist die vollständige Adresse mit Hausnummer.

Drei Zustände sind üblich. Verfügbar heißt, der Anschluss liegt und ist schaltbar. Im Ausbau oder in Vorvermarktung bedeutet, der Anbieter sammelt Verträge, bevor gebaut wird – meist mit kostenlosem Hausanschluss als Anreiz und einer Mindestquote, ab der gebaut wird. Nicht geplant heißt, dass mittelfristig nur Kupfer oder Kabel bleibt; dann lohnt der Blick auf VDSL und Kabel.

Erst prüfen, dann vergleichen

Adresse eingeben und im Filter „Glasfaser" setzen – die Liste zeigt dann ausschließlich Tarife, die bei Dir buchbar sind.

Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen

Was ein Glasfaseranschluss kostet

Bei Glasfaser kommen zu den laufenden Kosten Positionen dazu, die es bei DSL nicht gibt. Der wichtigste Hebel ist der Zeitpunkt: Wer während der Vorvermarktung bucht, bekommt den Hausanschluss in der Regel geschenkt. Wird er später einzeln beauftragt, verlangen die Anbieter meist einen vierstelligen Betrag, weil dann noch einmal gebaut werden muss.

  • Hausanschluss: im Ausbaugebiet während der Vorvermarktung meist 0 €, nachträglich deutlich teurer
  • Bereitstellung des Tarifs: je nach Anbieter kostenlos bis rund 70 €
  • Grundpreis: steigt mit der Bandbreite und springt nach der Rabattphase
  • Hardware: Glasfaser-Router als Miete oder Kauf, teils zusätzlich ein ONT
  • Inhouse-Verkabelung: die Strecke vom Hausübergabepunkt zur Wohnung, falls sie noch fehlt

Genau wie bei DSL rechnen wir alle diese Positionen zu einem Effektivpreis zusammen: dem echten Monatsdurchschnitt über die gesamte Laufzeit, Boni und Einmalkosten eingerechnet. Wie diese Rechnung funktioniert, zeigen wir im DSL Vergleich ausführlich – die Logik ist bei Glasfaser dieselbe.

Welche Bandbreite brauchst Du wirklich?

Glasfasertarife starten oft dort, wo DSL endet. Mehr ist trotzdem nicht automatisch besser – bezahlt wird jeden Monat.

BandbreitePasst zuTypische Nutzung
100 Mbit/s1 bis 3 PersonenHomeoffice, 4K-Streaming, Smart Home – für die meisten Haushalte ausreichend
250 bis 500 Mbit/sFamilien, WGsviele Geräte parallel, große Uploads, Cloud-Backups, Gaming
1.000 Mbit/sVielnutzer, Selbstständigeregelmäßig große Datenmengen in beide Richtungen, mehrere Arbeitsplätze

Wichtiger als die Spitzenzahl ist bei Glasfaser der Upload. Wer Videos hochlädt, Backups fährt oder täglich in Videokonferenzen sitzt, merkt den Unterschied zwischen 40 Mbit/s bei VDSL und symmetrischen 250 Mbit/s deutlich stärker als zwischen 500 und 1.000 Mbit/s im Download.

Wer bietet Glasfaser an?

Der Markt ist zweigeteilt. Auf der einen Seite die bundesweiten Anbieter, die eigene Netze bauen oder fremde Netze mitnutzen: Telekom, Vodafone, 1&1 und o2. Auf der anderen Seite die Ausbauspezialisten und Stadtwerke, die in ihren Gebieten oft die einzige Faser im Boden haben – etwa Deutsche Glasfaser, NetCologne, M-net, EWE oder swb.

Für Dich ist zweierlei wichtig: Wer das Netz gebaut hat, muss nicht der sein, bei dem Du buchst – viele Netze sind für andere Anbieter offen. Und die Auswahl an Deiner Adresse ist oft klein. Deshalb lohnt es sich, nicht nach Marke zu suchen, sondern nach Verfügbarkeit: Der Vergleich zeigt alle Anbieter, die an Deinem Anschluss liefern können, sortiert nach Effektivpreis.

Vom Auftrag bis zur Schaltung

  1. Verfügbarkeit prüfen und Tarif buchen. Im Ausbaugebiet läuft das über die Vorvermarktung, im fertigen Netz wie ein normaler Vertragsabschluss.
  2. Grundstück und Hausanschluss. Der Anbieter braucht die Zustimmung des Eigentümers. In Mietshäusern muss die Hausverwaltung zustimmen.
  3. Tiefbau bis ins Gebäude. Die Faser wird eingezogen und endet am Hausübergabepunkt im Keller.
  4. Montage in der Wohnung. Ein Techniker setzt die Glasfaserdose und den ONT, danach wird der Router angeschlossen.
  5. Schaltung. Der Anschluss geht in Betrieb, ein bestehender Vertrag wird zum Termin gekündigt.

Rechne im Ausbaugebiet nicht in Tagen, sondern in Monaten – zwischen Vorvermarktung und Schaltung liegt häufig ein Jahr. Bis dahin läuft Dein alter Anschluss weiter, deshalb solltest Du ihn erst kündigen, wenn der Termin steht. Wie der Wechsel ohne Versorgungslücke abläuft, steht unter Anbieterwechsel und Kündigung.

Router und ONT: Welche Hardware Du brauchst

Am Glasfaseranschluss steht zuerst ein ONT – ein kleines Modem, das das Lichtsignal in ein elektrisches umwandelt. Manche Anbieter stellen es als eigenes Gerät, bei anderen steckt es im Router. Erst dahinter kommt der eigentliche Router mit WLAN und Telefonie.

Ein Hinweis, der bei Gigabit-Tarifen oft übersehen wird: Ein älterer Router oder ein schwaches Heimnetz macht den Vorteil der Leitung wieder zunichte. Wer 1.000 Mbit/s buchen will, braucht aktuelles WLAN und für die schnellsten Verbindungen ein Kabel – sonst kommt am Laptop ein Bruchteil an. Was dabei hilft, steht in WLAN im ganzen Haus.

Lohnt der Wechsel von DSL auf Glasfaser?

Klar ja, wenn Deine Kupferleitung lang ist und dadurch unter 50 Mbit/s bleibt, wenn Du regelmäßig große Datenmengen hochlädst, oder wenn der Hausanschluss während der Vorvermarktung kostenlos ist – letzteres ist ein Preisvorteil, der später nicht wiederkommt.

Eher nein, wenn Du mit einem VDSL-Anschluss mit 100 Mbit/s zufrieden bist, der Glasfasertarif deutlich mehr kostet und Du weder Upload-Bedarf noch viele Parallelnutzer hast. Auch wenn ein Umzug ansteht, kann Warten sinnvoll sein: Der Glasfaservertrag hängt an der Adresse, nicht an Dir.

Und wenn Glasfaser bei Dir noch nicht liegt: Trage Dich beim Anbieter für die Ausbau-Information ein und prüfe in der Zwischenzeit, was die vorhandene Leitung hergibt. Den Verfügbarkeitscheck dafür findest Du bei uns.

Häufige Fragen zu Glasfaser

Bei FTTH liegt die Glasfaser in Deiner Wohnung, die gesamte Strecke ist Faser. Bei FTTC endet sie am Verteilerkasten der Straße, danach folgt Kupfer – das ist technisch VDSL und erreicht höchstens 250 Mbit/s bei deutlich kleinerem Upload.

Bei echten FTTH-Tarifen in der Regel ja, sie sind symmetrisch ausgelegt. Es gibt aber auch Angebote mit reduziertem Upload – der Wert steht im Produktinformationsblatt und lohnt vor dem Abschluss einen Blick.

Während der Vorvermarktung eines Ausbaugebiets ist er meist kostenlos. Wer ihn später einzeln beauftragt, zahlt in der Regel einen vierstelligen Betrag, weil erneut gebaut werden muss. Die konkreten Konditionen legt der ausbauende Anbieter fest.

Ja. Für den Hausanschluss und die Verlegung im Gebäude muss der Eigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung zustimmen, weil in die Bausubstanz eingegriffen wird. Liegt der Anschluss schon im Haus, entfällt das.

Nur wenn er einen Glasfaseranschluss oder einen passenden WAN-Port hat. Ein reiner DSL-Router funktioniert am ONT nicht. In vielen Fällen ist ein neues Gerät nötig, das der Anbieter mitliefert oder vermietet.

Im fertig ausgebauten Netz oft wenige Wochen. Im Ausbaugebiet vergeht zwischen Vorvermarktung, Tiefbau und Schaltung häufig ein Jahr. Kündige Deinen alten Vertrag deshalb erst, wenn der Schalttermin feststeht.

Für die meisten Haushalte nicht. 100 bis 250 Mbit/s decken Homeoffice, 4K-Streaming und viele Geräte ab. Gigabit lohnt bei mehreren Arbeitsplätzen, großen Uploads oder wenn der Aufpreis gering ist – und nur, wenn Heimnetz und WLAN mitspielen.

Der Vertrag hängt am Anschluss. Liegt an der neuen Adresse kein Glasfaser des Anbieters, greift meist ein Sonderkündigungsrecht oder es wird auf eine andere Technik umgestellt. Vor dem Umzug also zuerst die Verfügbarkeit prüfen.

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